Immobilien-ABC

Sonnenenergie am Gebäude: Strom und Wärme aus Photovoltaik und Solarthermie

Eine Solaranlage wandelt Sonnenenergie direkt am Gebäude in nutzbaren Strom oder Wärme um. Je nach Technologie unterscheidet man zwischen Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung und Solarthermieanlagen zur Wärmegewinnung. Beide Varianten reduzieren die Energiekosten dauerhaft, verbessern die Energieeffizienz eines Gebäudes und können dessen Marktwert spürbar steigern.

Photovoltaik und Solarthermie im Vergleich

Bei einer Photovoltaikanlage erzeugen Solarzellen in den Modulen elektrischen Strom, den ein Wechselrichter ins Hausnetz einspeist. Für ein typisches Einfamilienhaus sind Anlagen zwischen fünf und zehn Kilowatt-Peak üblich, wofür je nach Modultyp etwa 30 bis 60 Quadratmeter Dachfläche benötigt werden. Ein optionaler Batteriespeicher erhöht den nutzbaren Eigenverbrauchsanteil erheblich – ohne Speicher liegt er bei rund 30 Prozent, mit Speicher deutlich darüber.

Solarthermieanlagen funktionieren nach einem anderen Prinzip: Kollektoren – entweder als Flachkollektor oder als effizientere Vakuumröhrenvariante – nehmen Sonnenwärme auf und leiten sie über einen Solarkreis in einen Speicher. Die gewonnene Wärme deckt einen erheblichen Teil des Warmwasserbedarfs und kann je nach Systemgröße auch die Heizung unterstützen.

Kosten, Wirtschaftlichkeit und Fördermöglichkeiten

Die Investitionskosten für Photovoltaik bewegen sich im schlüsselfertigen Einbau grob zwischen 1.200 und 2.400 Euro je Kilowatt-Peak, eine Zehn-Kilowatt-Anlage kostet demnach typischerweise zwischen 13.000 und 18.000 Euro. Ein ergänzender Batteriespeicher schlägt mit weiteren mehreren Tausend Euro zu Buche. Solarthermie zur reinen Warmwasserbereitung ist günstiger; größere Systeme mit Heizungsunterstützung kosten entsprechend mehr.

Zur Finanzierung steht das KfW-Programm 270 mit zinsgünstigen Krediten zur Verfügung. Solarthermieanlagen werden über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit einem Grundzuschuss gefördert, der bei kombiniertem Heizungstausch noch erhöht werden kann. Wichtig: Die genannten Bundesförderprogramme können ergänzend zu regionalen Angeboten genutzt werden – es lohnt sich, beim Landratsamt Garmisch-Partenkirchen oder der zuständigen Gemeinde nach aktuellen kommunalen Fördertöpfen zu fragen.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Die Installation einer Solaranlage ist in den meisten Fällen genehmigungsfrei. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sichert Betreibern für eingespeisten Strom eine Vergütung über 20 Jahre zu. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt bei Neubauten den Einsatz erneuerbarer Energien verbindlich vor, was Photovoltaik- und Solarthermieanlagen in Neubauvorhaben zu einer nahezu selbstverständlichen Komponente macht.

Seit 2023 profitieren Betreiber kleinerer Anlagen bis 30 Kilowatt-Peak zusätzlich von einer vollständigen Einkommensteuerbefreiung auf die Erträge sowie einem Nullsteuersatz auf den Kauf der Anlage – ein spürbarer finanzieller Vorteil, der die Wirtschaftlichkeit weiter verbessert.

Planung und Werteinfluss auf die Immobilie

Für die optimale Ausbeute empfiehlt sich eine südorientierte Dachfläche mit einer Neigung zwischen 30 und 35 Grad. Ost-West-Ausrichtungen sind jedoch ebenfalls wirtschaftlich, da sie die Eigenverbrauchskurve über den Tag verteilen. Als Faustregel erzeugt ein Kilowatt-Peak installierter Leistung rund 1.000 Kilowattstunden pro Jahr.

Im Alpenvorland um Murnau und den Landkreis Garmisch-Partenkirchen trifft die überdurchschnittliche Sonneneinstrahlung auf ein Käuferpublikum, das Energieeffizienz und Nachhaltigkeit zunehmend aktiv nachfragt – sowohl Kapitalanleger als auch Zweitwohnungsnutzer, die in der Region stark vertreten sind. Eine gut dimensionierte Solaranlage kann den Immobilienwert je nach Marktlage und Systemzustand um mehrere Prozentpunkte erhöhen und die Position beim Verkauf stärken. Der Wartungsaufwand ist gering: neben regelmäßiger Sichtkontrolle ist eine Reinigung alle zwei bis drei Jahre ausreichend; lediglich der Wechselrichter wird nach etwa zwölf bis fünfzehn Jahren erneuert.

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