Immobilien-ABC

Eigenkapital, Bankdarlehen und Fördermittel richtig kombinieren – so steht die Finanzierung.

Eine Immobilienfinanzierung umfasst die Planung und Beschaffung aller finanziellen Mittel, die für den Erwerb oder Bau einer Immobilie erforderlich sind. Sie setzt sich in der Regel aus Eigenkapital und Fremdkapital zusammen, wobei das Zusammenspiel beider Komponenten die Konditionen und das Risiko maßgeblich beeinflusst. Eine sorgfältige Strukturierung von Anfang an schützt vor Liquiditätsengpässen während der Laufzeit und sichert die langfristige Tragfähigkeit der Belastung.

Eigenkapital als Fundament

Je mehr Eigenkapital eingebracht wird, desto günstiger fallen üblicherweise die Zinsen aus – und desto geringer ist das Risiko für Kreditgeber und Käufer gleichermaßen. Als Eigenkapital gelten neben Ersparnissen und Guthaben aus Bausparverträgen auch Wertpapiere, ausgezahlte Lebensversicherungen sowie Schenkungen oder Erbschaften. In bestimmten Fällen kann auch Eigenleistung beim Bau als sogenannte Muskelhypothek angerechnet werden, sofern sie realistisch bewertet und von der Bank anerkannt wird.

Als Faustformel gilt: Die Kaufnebenkosten sollten zwingend aus eigenen Mitteln gedeckt sein. Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen addieren sich diese aus der bayerischen Grunderwerbsteuer von 3,5 % – dem bundesweit niedrigsten Satz –, den Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls der Maklerprovision. Bei den hier üblichen Kaufpreisen für Objekte in Seenähe oder mit Bergblick, die im gehobenen Preissegment liegen, entspricht das einem erheblichen Betrag, der ohne Weiteres fünfstellig ausfällt. Wer darüber hinaus 20 bis 30 % des Kaufpreises als Eigenkapital mitbringt, erzielt spürbar bessere Zinskonditionen und hält den Beleihungsauslauf in einem für Banken attraktiven Bereich.

Finanzierungsquellen im Überblick

Das klassische Bankdarlehen in Form eines Annuitätendarlehens bildet das Rückgrat der meisten Immobilienfinanzierungen: Zinsen und Tilgung werden zu einer konstanten monatlichen Rate zusammengefasst, die über die gesamte Zinsbindungsdauer gleich bleibt. Daneben gibt es Tilgungsdarlehen mit fallenden Raten oder variable Darlehen, die sich am Marktzins orientieren – letztere sind nur für Käufer geeignet, die das Zinsänderungsrisiko bewusst eingehen wollen.

Ergänzend lohnt sich ein Blick auf staatliche Förderprogramme: Die KfW bietet zinsgünstige Kredite für Neubau, Sanierung und Energieeffizienzmaßnahmen an; das BAFA fördert unter anderem den Heizungsaustausch mit direkten Zuschüssen. Wohn-Riester steht Berechtigten offen, die eine selbst genutzte Immobilie finanzieren. Die Kombination mehrerer Fördertöpfe ist grundsätzlich möglich, erfordert aber eine frühzeitige Planung, da Anträge häufig vor Maßnahmenbeginn gestellt werden müssen.

Zinsbindung und Tilgungsstrategien

Die Wahl der Zinsbindungsdauer – üblich sind fünf, zehn, 15 oder 20 Jahre – ist eine der folgenreichsten Entscheidungen der Finanzierung. Kurze Laufzeiten bieten anfänglich niedrigere Zinsen, setzen den Kreditnehmer bei der Anschlussfinanzierung jedoch dem dann geltenden Marktzins aus. Lange Zinsbindungen kosten in der Regel einen Aufschlag, verschaffen dafür aber Planungssicherheit über einen langen Zeitraum. Nach zehn Jahren besteht gesetzlich ein Sonderkündigungsrecht, das einen Wechsel ohne Vorfälligkeitsentschädigung ermöglicht.

Bei der anfänglichen Tilgung empfiehlt sich ein Satz von mindestens zwei bis drei Prozent; höhere Tilgung verkürzt die Gesamtlaufzeit deutlich und reduziert die Zinskosten erheblich. Sondertilgungsoptionen von fünf bis zehn Prozent der Darlehenssumme pro Jahr sollten vertraglich vereinbart werden, um Bonuszahlungen oder Erbschaften flexibel einsetzen zu können.

Bonitätsprüfung und Unterlagen

Banken prüfen vor einer Zusage die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Antragstellers anhand von Einkommensnachweisen, aktuellen Steuerbescheiden, einer Schufa-Auskunft und einer Haushaltsrechnung, die Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellt. Selbstständige legen in der Regel Jahresabschlüsse der letzten zwei bis drei Jahre vor. Zusätzlich bewertet die Bank den Beleihungswert der Immobilie als Sicherheit – bei hochpreisigen Lagen wie dem Alpenvorland kann dieser vom Kaufpreis abweichen, da Banken einen konservativen Wertansatz wählen.

Vollständige Unterlagen von Beginn an beschleunigen die Bearbeitung erheblich. Wer vor dem eigentlichen Kaufinteresse eine unverbindliche Bonitätseinschätzung einholt, kennt seinen Finanzierungsrahmen und kann in einem Markt mit schnellen Entscheidungszyklen – wie er im Blauen Land und rund um den Staffelsee typisch ist – glaubwürdig und handlungsfähig auftreten.

Anschlussfinanzierung nicht dem Zufall überlassen

Läuft die Zinsbindung aus, stehen drei Wege offen: die Prolongation bei der bisherigen Bank zu neuen Konditionen, die Umschuldung zu einem anderen Institut oder die vorausschauende Absicherung über ein Forward-Darlehen, das den heutigen Zins für eine Auszahlung in bis zu fünf Jahren festschreibt. Die bequeme Prolongation ist nicht automatisch die günstigste Lösung – ein Konditionsvergleich mit anderen Anbietern lohnt sich, da selbst geringe Zinsunterschiede über die Restlaufzeit zu erheblichen Mehrkosten führen können. Bei einer Umschuldung wird die Grundschuld in der Regel abgetreten statt gelöscht, was Zeit und Kosten spart.

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