Immobilien-ABC

Kreditwürdigkeit im Immobilienkauf: Was Banken prüfen und warum es zählt

Bonität beschreibt die Fähigkeit und den nachgewiesenen Willen eines Schuldners, eingegangene Zahlungsverpflichtungen zuverlässig zu erfüllen. Im Kontext einer Immobilienfinanzierung analysieren Kreditinstitute die Bonität des Antragstellers systematisch, bevor sie ein Darlehen zusagen. Das Ergebnis dieser Prüfung entscheidet nicht nur darüber, ob ein Kredit gewährt wird – sondern maßgeblich auch über den Zinssatz, den Eigenkapitalanteil und die Laufzeitgestaltung.

Was Banken im Detail prüfen

Im Mittelpunkt der Bonitätsprüfung stehen vier Faktoren: das Einkommen, das Vermögen, die laufenden Ausgaben sowie die bisherige Zahlungshistorie. Beim Einkommen interessieren Banken vor allem Regelmäßigkeit und Verlässlichkeit – ein unbefristetes Arbeitsverhältnis wirkt sich erfahrungsgemäß positiver aus als projektbezogene Honorareinnahmen. Zum Vermögen zählen neben verfügbarem Eigenkapital auch Wertpapiere und bereits vorhandener Grundbesitz.

Auf der Ausgabenseite fließen bestehende Kreditverbindlichkeiten, Unterhaltspflichten und regelmäßige fixe Kosten in die Berechnung ein. Da Immobilien im Alpenvorland – etwa rund um den Staffelsee oder in bevorzugten Lagen mit Bergblick – häufig hohe Kaufpreise erzielen, ist das Verhältnis von Darlehenshöhe zu nachgewiesenem Einkommen besonders kritisch. Gerade Kapitalanleger und Zweitwohnungskäufer, die in der Region einen überdurchschnittlich großen Anteil der Käuferschaft stellen, werden von Banken hier mitunter strenger bewertet als Eigennutzer.

Der Schufa-Score als zentrales Instrument

Die bekannteste Kennzahl für die persönliche Kreditwürdigkeit ist der Schufa-Score, ausgedrückt als Prozentwert zwischen null und hundert. Je höher der Wert, desto geringer schätzt die Auskunftei die statistische Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls ein – Werte oberhalb von 97 Prozent gelten als sehr gutes Risikoprofil. In die Berechnung fließen unter anderem das bisherige Zahlungsverhalten, die Anzahl aktiver Konten und laufender Kredite sowie die Länge der Kreditgeschichte ein.

Wichtig: Einmal pro Jahr können Sie bei der Schufa eine kostenfreie Datenkopie anfordern. Diese Selbstauskunft gibt Ihnen die Möglichkeit, gespeicherte Informationen auf Vollständigkeit und Richtigkeit zu prüfen – bevor die Bank es tut.

Bonität gezielt verbessern

Wer vor einem Immobilienkauf an seiner Kreditwürdigkeit arbeiten möchte, kann an mehreren Stellschrauben drehen. Offene Forderungen sollten beglichen und damit aus dem Register entfernt werden. Eine zu hohe Anzahl an Girokonten oder ungenutzten Kreditkarten kann den Score belasten – hier empfiehlt sich eine Konsolidierung. Rechnungen und Raten pünktlich zu bezahlen ist kein Detail, sondern wirkt sich langfristig positiv auf den Score aus. Und schließlich: Falsche oder veraltete Einträge bei Auskunfteien lassen sich förmlich beanstanden und korrigieren – ein Schritt, der oft unterschätzt wird.


Häufige Frage: „Ich möchte eine Immobilie in Murnau kaufen und habe neben meinem Gehalt noch Mieteinnahmen aus einer anderen Wohnung. Wie bewertet die Bank das?"

Banken berücksichtigen Mieteinnahmen grundsätzlich als Einkommensquelle, gewichten sie jedoch häufig mit einem Abschlag – üblich sind 70 bis 80 Prozent des tatsächlichen Mietertrags, um Leerstandsrisiken abzubilden. Entscheidend ist außerdem, ob die vermietete Immobilie noch mit einem laufenden Kredit belastet ist: Dann zählt die monatliche Rate auf der Ausgabenseite mit. Gut aufbereitete Unterlagen – Mietvertrag, Kontoauszüge der letzten Monate und ein aktueller Grundbuchauszug – stärken Ihre Verhandlungsposition gegenüber der Bank erheblich.

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