Immobilien-ABC

Solarstrom auf dem eigenen Dach: Technik, Wirtschaftlichkeit und Wert für Immobilienbesitzer

Photovoltaik (kurz: PV) bezeichnet die technische Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom mithilfe von Solarzellen. PV-Anlagen auf Wohn- und Gewerbeimmobilien erzeugen dezentral Energie, senken laufende Stromkosten und verringern die Abhängigkeit von externen Versorgern. Für Eigentümer ist eine solche Anlage heute nicht nur eine ökologische, sondern auch eine wirtschaftlich relevante Investition.

Technik und Anlagentypen

Eine vollständige Photovoltaikanlage besteht aus den Solarmodulen selbst, einem Wechselrichter zur Umwandlung von Gleich- in Wechselstrom, der Montagestruktur, der Verkabelung und einem geeichten Einspeisezähler. Ergänzend lässt sich ein Batteriespeicher integrieren, der überschüssigen Strom für die Abend- und Nachtstunden vorhält.

Bei der Modulwahl stehen drei Technologien zur Verfügung: Monokristalline Module erzielen den höchsten Wirkungsgrad und sind die bevorzugte Wahl, wenn die verfügbare Dachfläche begrenzt ist. Polykristalline Module bieten ein etwas geringeres Wirkungsniveau bei günstigerem Preis-Leistungs-Verhältnis. Dünnschichtmodule sind flexibler einsetzbar, etwa auf geschwungenen Flächen, erreichen jedoch niedrigere Erträge.

Dimensionierung und Ertrag

Für ein typisches Einfamilienhaus empfiehlt sich eine Anlagengröße von etwa 5 bis 10 Kilowattpeak (kWp), was einer Modulfläche von rund 25 bis 50 Quadratmetern entspricht. In Deutschland sind pro kWp installierter Leistung jährliche Erträge von etwa 900 bis 1.100 Kilowattstunden realistisch – im sonnenreichen Alpenvorland, zu dem auch der Landkreis Garmisch-Partenkirchen gehört, liegen die Einstrahlungswerte vergleichsweise günstig.

Den höchsten Ertrag liefert eine Südausrichtung mit einer Dachneigung zwischen 30 und 35 Grad. Ost-West-Ausrichtungen sind ebenfalls sinnvoll und erreichen noch etwa 80 bis 85 Prozent des Maximalertrags – dabei ergibt sich ein gleichmäßigeres Erzeugungsprofil über den Tag. Verschattungen durch Bäume, Dachgauben oder Nachbargebäude sollten bei der Planung konsequent berücksichtigt werden.

Kosten, Wirtschaftlichkeit und Steuerliches

Die Investitionskosten für eine schlüsselfertig installierte PV-Anlage liegen je nach Größe, Modulqualität und Montageaufwand im mittleren vier- bis niedrigen fünfstelligen Bereich. Ein Batteriespeicher erhöht die Gesamtkosten spürbar, verbessert aber den Eigenverbrauchsanteil erheblich. Eigenverbrauchter Solarstrom ersetzt Netzstrom zu aktuellen Haushaltsstrompreisen – das macht ihn deutlich wertvoller als die gesetzlich geregelte Einspeisevergütung, die für 20 Jahre nach Inbetriebnahme garantiert ist.

Steuerlich hat der Gesetzgeber 2023 erhebliche Vereinfachungen geschaffen: Kleinanlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden sind von der Einkommensteuer befreit, und beim Kauf von Modulen, Speichern und Zubehör entfällt die Umsatzsteuer vollständig. Zinsgünstige Finanzierungsmöglichkeiten bietet die KfW, etwa über den Kredit 270 für Erneuerbare Energien.

Montage, Genehmigung und Registrierung

Die gängigste Variante ist die Aufdachmontage, bei der die Module auf einer Unterkonstruktion oberhalb der bestehenden Dacheindeckung befestigt werden. Alternativ ersetzt die Indachmontage die regulären Dachziegel und schafft ein homogeneres Erscheinungsbild. Auf Flachdächern kommen aufgeständerte Systeme zum Einsatz.

Baurechtlich ist die Aufdachmontage in Bayern in der Regel genehmigungsfrei. Anders verhält es sich bei denkmalgeschützten Gebäuden: Hier ist eine Abstimmung mit der zuständigen Behörde – im Landkreis Garmisch-Partenkirchen das Landratsamt – unumgänglich, bevor mit der Planung begonnen wird. Nach der Installation sind zwei Schritte gesetzlich vorgeschrieben: die Anmeldung der Anlage beim zuständigen Netzbetreiber sowie die Registrierung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur.

Bedeutung beim Immobilienkauf und -verkauf

Eine moderne Photovoltaikanlage verbessert die Energieklasse im Energieausweis und macht eine Immobilie für kaufinteressierte Eigennutzer wie auch für Kapitalanleger attraktiver – ein Aspekt, der im Raum Murnau am Staffelsee und dem Blauen Land mit seinem hohen Anteil an Ferienimmobilien und Zweitwohnsitzen durchaus ins Gewicht fällt.

Wer eine Immobilie mit bestehender PV-Anlage erwirbt, sollte vor dem Kauf einige Punkte sorgfältig prüfen: Wie alt ist die Anlage, und welche Restlaufzeit verbleibt bei der EEG-Vergütung? Befindet sich die Anlage im Eigentum des Verkäufers, oder liegt ein Pachtmodell vor? Liegen Ertragsdokumentationen, Herstellergarantien und Wartungsnachweise vor? Anlagen unter fünf Jahren mit vollständiger Dokumentation stellen in der Regel das stärkste Verkaufsargument dar – sie verbinden laufende Kosteneinsparung mit technisch einwandfreiem Zustand.

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